Ein hellbrauner Wildleder-Sneaker ohne Schnürsenkel steht auf einer Werkbank, daneben eine Messingbürste und ein Radierer.
Sneaker·3 Min.

Wildleder- und Nubuk-Sneaker reinigen: trocken zuerst

Wie reinige ich Wildleder- und Nubuk-Sneaker?

Kurz gesagt

Trocken, in dieser Reihenfolge: Schnürsenkel raus, Leisten oder Papier rein, mit einer Wildlederbürste den Staub lösen, Flecken mit einem Rauleder-Radierer abtragen, zum Schluss den Flor wieder aufbürsten. Wasser und Waschmaschine bleiben weg. Nur bei starkem Schmutz kommt ein Wildlederreiniger zum Einsatz, gleichmäßig auf den ganzen Schuh, damit keine Ränder entstehen.

In diesem Artikel
  1. 01Wildleder oder Nubuk: Was du da eigentlich putzt
  2. 02Das Werkzeug: Bürste, Radierer, sonst wenig
  3. 03Schritt für Schritt trocken reinigen
  4. 04Wann doch nass, und wie ohne Ränder
  5. 05Sohle sauber, ohne das Obermaterial zu treffen
  6. 06Trocknen, aufrauen, schützen
  7. FAQNoch offen
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Wildleder oder Nubuk: Was du da eigentlich putzt

Beide Leder sind angeschliffen, nur von verschiedenen Seiten. Nubuk wird außen auf der Narbenseite der Haut angeschliffen, Wildleder kommt von der Innenseite. Deshalb hat Nubuk einen kurzen, dichten Flor, fast wie Samt, und hält etwas mehr aus. Wildleder hat längere, weichere Fasern.

Es saugt Feuchtigkeit und Fett schneller auf und zeigt Flecken früher. Für die Reinigung heißt das: Der Ablauf ist bei beiden gleich, bei Wildleder arbeitest du nur noch vorsichtiger. Hat dein Sneaker Glattleder- und Raulederflächen, bestimmt das empfindlichste Material die Methode.

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Das Werkzeug: Bürste, Radierer, sonst wenig

Du brauchst eine Rauleder-Bürste und einen Rauleder-Radierer, auch Gummi oder Crepe-Block genannt. Viele Bürsten haben zwei Seiten: Messing oder Nylon für Wildleder mit längerem Flor, Gummi oder Crepe für den feinen Flor von Nubuk. Messingborsten sind kräftig. Setz sie nur mit wenig Druck ein, sonst reißt du Fasern heraus.

Dazu kommen Schuhspanner oder zerknülltes Papier, damit der Schuh beim Bearbeiten seine Form hält. Ein spezieller Wildlederreiniger ist erst für den Notfall nötig, nicht für jede Pflege.

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Schritt für Schritt trocken reinigen

Zieh die Schnürsenkel raus und stopf den Schuh aus. Bürste die ganze Fläche einmal ab, mit leichtem Druck, damit loser Staub und Sand rausgehen. Wenn sich die Farbe dabei scheinbar ändert, ist das kein Schaden: Die Fasern liegen nur in eine andere Richtung. Dann kommt der Radierer an die Flecken und Druckstellen.

Reib mit mäßigem Druck hin und her, bis der Schmutz sich löst, und bürste die Krümel ab. Zum Schluss bürstest du den Flor gegen den Strich wieder auf, damit die Oberfläche gleichmäßig aussieht. Wer den matten, getragenen Look mag, lässt diesen letzten Schritt weg.

Makroaufnahme des Flors eines Wildleder-Sneakers, eine Hälfte aufgebürstet, die andere platt mit dunklem Streifen.
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Wann doch nass, und wie ohne Ränder

Hier sind sich Fachquellen nicht einig. Manche raten von Wasser ganz ab, weil es Rauleder fleckig und hart machen kann. Schuhpflege-Fachhändler sehen Nassreinigung als Ausnahme für starken Schmutz oder Salzränder vom Winter. Wenn du nass reinigst, dann mit einem Reiniger für Wildleder und Nubuk und nie punktuell.

Feuchte den ganzen Schuh gleichmäßig an, sonst bleibt am Übergang ein Wasserrand. Gib den Reiniger auf die Bürste statt direkt aufs Leder und arbeite ihn in kleinen Kreisen ein. Tupf danach mit einem trockenen Mikrofasertuch ab, statt zu reiben. Teste vorher an einer verdeckten Stelle, etwa innen an der Ferse.

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Sohle sauber, ohne das Obermaterial zu treffen

Die Gummisohle verträgt Wasser und Reiniger, das Rauleder darüber nicht. Gib etwas Reinigungslösung auf eine Zahnbürste oder einen Schmutzradierer und arbeite nur an der Sohle. Wisch den Schaum sofort ab und trockne die Sohle gleich nach. So läuft nichts nach oben ins Leder.

Leichte Verfärbungen an der Seitenwand gehen oft auch trocken mit dem Rauleder-Radierer weg.

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Trocknen, aufrauen, schützen

Nach jeder feuchten Behandlung trocknet der Schuh langsam bei Zimmertemperatur, ausgestopft mit Papier. Nicht an die Heizung, nicht in die Sonne, kein Föhn: Zu schnelles Trocknen macht Rauleder steif und kann es reißen lassen. Plan dafür eine Nacht oder einen ganzen Tag ein. Ist er trocken, bürstest du den Flor noch einmal auf.

Danach lohnt ein Imprägnierspray für Rauleder, dünn und in mehreren Lagen, draußen oder bei offenem Fenster. Wiederhol das regelmäßig, vor allem in nassen Monaten. Ein imprägnierter Schuh muss deutlich seltener gereinigt werden.

FAQ

Noch offen

Darf ich Wildleder-Sneaker in die Waschmaschine stecken?

Nein. Pflegeratgeber und Händler sind sich hier einig: Trommel, Wasser und Schleudern ruinieren den Flor und können das Leder hart und fleckig machen. Reinige Rauleder immer von Hand und überwiegend trocken.

Gehen Fett- und Wasserflecken wieder raus?

Oft nicht vollständig. Wasserränder lassen sich mildern, indem du den ganzen Schuh gleichmäßig anfeuchtest, trocknen lässt und aufbürstest. Fettflecken bleiben häufig, ein Wildlederreiniger kann sie aufhellen. Darum lohnt Imprägnieren, bevor etwas passiert.

Helfen Hausmittel wie Essig, Natron oder Zahnpasta?

Die Meinungen gehen auseinander, die meisten Fachquellen raten ab. Natron und Zahnpasta können den Flor verkleben oder Ränder hinterlassen, Essig kann Nubuk austrocknen. Ein Rauleder-Radierer und ein passender Reiniger sind die sicherere Wahl.

Wie oft sollte ich Rauleder-Sneaker pflegen?

Kurz abbürsten nach dem Tragen, wenn Staub draufsitzt. Imprägnieren etwa einmal im Monat, bei Regenwetter öfter. Eine gründliche Reinigung mit Reiniger braucht es nur selten, je nach Modell und Tragen etwa einmal im Jahr.

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