Loopback, French Terry, Fleece: der Unterschied im Sweatstoff
Loopback, French Terry, Fleece: Was ist der Unterschied?
Kurz gesagt
Loopback und French Terry sind derselbe Stoff: außen glatt wie ein T-Shirt, innen kleine Schlingen, die stehen bleiben. Fleece startet genauso, wird innen aber mit feinen Drahtwalzen aufgeraut, bis aus den Schlingen ein weicher Flor wird. Deshalb wärmt Fleece sofort, French Terry atmet besser und behält länger seine Struktur.
In diesem Artikel
Der Unterschied sitzt auf der Innenseite
Dreh ein Sweatshirt auf links, dann siehst du es in zwei Sekunden. French Terry zeigt dir kleine, aufrechte Schlingen, Reihe an Reihe, wie die Rückseite eines Handtuchs. Außen ist derselbe Stoff glatt und feinmaschig. Fleece zeigt dir stattdessen eine wollige Fläche ohne erkennbare Schlingen.
Beide Stoffe werden zunächst gleich gestrickt: eine glatte Jersey-Seite vorn, eine Schlingenseite hinten. Der Unterschied entsteht erst im letzten Arbeitsschritt in der Ausrüstung.
Loopback und French Terry meinen dasselbe
Loopback ist der englische Handelsname für genau diese Schlingenrückseite, French Terry der Name für das Gestrick. In Produktbeschreibungen tauchen sie nebeneinander auf, als wären es zwei Stoffe. Sind sie nicht. Wer „Loopback Cotton" schreibt, meint French Terry aus Baumwolle.
Wenn ein Shop beides nennt, ist das kein Qualitätsmerkmal, sondern doppelt gemoppelt. Interessant wird es erst, wenn dabei steht, ob die Innenseite aufgeraut wurde.
Fleece entsteht durch Aufrauen
Für Fleece läuft der Stoff durch eine Maschine mit feinen Drahtbürsten. Die brechen die Schlingen auf und ziehen die Fasern heraus, bis ein Flor entsteht. Der schließt Luft ein und fühlt sich sofort warm an. Das hat einen Preis in der Haltbarkeit: Das Aufrauen zerteilt Fasern, die vorher tragende Schlingen waren.
Deshalb wird Fleece meist schwerer gestrickt als French Terry. Und genau diese offenen Faserenden verfilzen später zu Knötchen — Pilling entsteht bevorzugt auf aufgerauten Oberflächen.
Was die Grammatur dazu sagt
French Terry liegt in der Konfektion meist zwischen etwa 280 und 400 Gramm je Quadratmeter, aufgerautes Fleece beginnt dort und geht deutlich höher hinauf. Schwerer heißt aber nicht automatisch wärmer: Ein schweres French Terry hält die Form besser, ein leichtes Fleece wärmt schneller. Für den Alltag ist das die eigentliche Entscheidung.
French Terry trägt sich über Monate hinweg angenehmer, weil die Schlingen Feuchtigkeit aufnehmen und nicht flach an der Haut kleben. Fleece ist der Stoff für kalte Tage und für alles, was unter einer Jacke liegt.
Worauf du bei einem gebrauchten Sweatpiece schaust
Bei French Terry prüfst du, ob die Schlingen noch aufrecht stehen. Sind sie an Ellenbogen und Bauch plattgedrückt und glänzen leicht, hat das Piece viele Waschgänge hinter sich. Bei Fleece schaust du auf den Flor: Ist er an den Reibestellen matt und flach, kommt die Wärme nicht zurück.
Fahr innen mit der Hand über Ärmel und Saum und such nach Knötchen. Knötchen lassen sich abnehmen, ein plattgelegener Flor nicht. Ob ein Fleece oder ein French Terry länger durchhält, sehen Fachquellen unterschiedlich — belegt ist nur, dass aufgeraute Oberflächen schneller pillen.
Waschen: was beide Stoffe lange hält
Dreh das Piece auf links, dann reibt die Außenseite nicht an der Trommel. Wasch kühl, nach Pflegeetikett meist bei dreißig oder vierzig Grad, und lass Weichspüler weg — er legt sich auf die Fasern und fördert die Knötchenbildung. Niedrig schleudern, dann trocknen lassen statt in den Trockner.
Hitze und Reibung im Trockner sind genau die Kombination, die Baumwolle schrumpfen lässt und den Flor plattlegt. Wasch schwere Sweatpieces nicht zusammen mit Reißverschlüssen und Klettbändern.
Noch offen
Ist French Terry im Winter warm genug?
Allein meist nicht, im Lagenaufbau schon. French Terry wärmt langsamer, weil zwischen den Schlingen Luft zirkuliert. Trägst du darüber eine Jacke, schließt die den Aufbau und du hast die gleiche Wärme ohne den klammen Effekt.
Warum wird mein Fleece-Hoodie innen platt?
Der Flor ist aufgerichtete Faser, und Reibung legt sie um. An Ellenbogen, Bauch und Saum passiert das zuerst. Waschen auf links, wenig Schleudern und kein Trockner verlangsamen es. Zurück in den Ursprungszustand kommt ein plattgelegener Flor nicht.
Welcher Stoff nimmt einen Druck besser an?
Die glatte Außenseite von French Terry ist dafür die ruhigere Fläche, weil sie dichter und gleichmäßiger ist. Aufgerautes Fleece hat außen meist ebenfalls eine glatte Seite — entscheidend ist also nicht der Innenaufbau, sondern wie fein die Außenseite gestrickt ist.
Läuft French Terry beim Waschen ein?
Baumwolle zieht sich beim ersten heißen Waschgang zusammen, French Terry macht da keine Ausnahme. Ein vorgewaschener Stoff bewegt sich danach kaum noch. Bei einem gebrauchten Piece hat das Einlaufen in der Regel längst stattgefunden — deshalb zählt dort das gemessene Maß.
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