
Hoodie, Sweater, Crewneck: Unterschied bei Kragen und Schnitt
Hoodie, Sweater, Crewneck — was ist der Unterschied?
Kurz gesagt
Der Unterschied sitzt am Hals. Der Hoodie hat eine Kapuze, der Crewneck einen Rundhalsausschnitt mit Rippbündchen und sonst denselben Aufbau. "Sweater" ist kein eigener Schnitt, sondern ein Sammelbegriff, der im Handel mal für Strickpullover, mal für Sweatshirts steht. Material und Grammatur laufen bei allen dreien quer dazu.
In diesem Artikel
Der Kragen trennt Hoodie und Crewneck
Beide sind Sweatshirts. Der Crewneck ist schlicht die Variante ohne Kapuze, mit rundem Halsausschnitt aus Rippstrick. Der Hoodie hat stattdessen eine angesetzte Kapuze, meist mit Kordel und oft mit Kängurutasche vorn. Alles darunter ist gleich: Rippbündchen an Ärmeln und Saum, dieselbe Stoffart, dieselbe Verarbeitung.
Zwischen beiden liegen noch Zwischenformen, etwa Troyer mit kurzem Reissverschluss am Hals oder Stehkragen. Wer nach Sweatshirt sucht, meint im Zweifel den Crewneck, weil das die Grundform ist.
Sweater ist ein Wort, kein Schnitt
Hier kommt die meiste Verwirrung her. Im Englischen bezeichnet sweater vor allem den gestrickten Pullover, also ein Teil aus Maschenware mit sichtbarer Strickstruktur. Im deutschsprachigen Handel taucht Sweater dagegen oft als Synonym für Sweatshirt auf, gelegentlich auch für den Hoodie.
Verlass dich deshalb nicht auf das Wort in der Produktbezeichnung, sondern auf die Bilder und die Materialangabe. Strick erkennst du an der offenen Maschenstruktur, Sweatshirtstoff an der glatten Aussenseite mit Schlaufen oder Flor innen.
Schnitt: Schulternaht und Brustweite verraten mehr als die Grösse
Ein Hoodie in L kann körpernah oder kastig sein, das Etikett sagt dazu nichts. Schau zuerst, wo die Schulternaht sitzt. Bei klassischem Schnitt endet sie auf dem Schulterknochen, bei Oversize hängt sie deutlich darüber hinaus auf den Oberarm.
Dann vergleich Brustweite quer und Rückenlänge mit einem Teil, das dir passt, flach auf dem Tisch gemessen. Raglanärmel laufen diagonal zum Hals und wirken weicher, eingesetzte Ärmel geben mehr Kante. Ein kastiger Crewneck braucht in der Regel kürzere Länge, sonst staucht er sich über der Hose.
Material: Loopback oder angeraut
Sweatshirtstoff gibt es in zwei Grundvarianten, und der Unterschied liegt innen. French Terry, auch Loopback genannt, hat auf der Innenseite ungeschnittene Schlaufen. Das atmet, nimmt Feuchtigkeit auf und trägt sich das ganze Jahr.
Angerauter Fleece hat dieselbe Basis, aber die Schlaufen sind aufgeraut, sodass innen ein weicher Flor entsteht, der Wärme hält. Von aussen sehen beide fast gleich aus. Dreh den Bund oder die Ärmelöffnung um und schau nach: Schlaufen oder Flausch.
Grammatur: was GSM aussagt und was nicht
GSM steht für Gramm pro Quadratmeter und beschreibt das Gewicht des Stoffs, nicht das des fertigen Teils. Grob gilt: um 240 bis 260 leicht, um 280 alltagstauglich, ab 300 spürbar dichter, ab 350 heavyweight. French Terry liegt üblicherweise im Bereich 240 bis 350, angerauter Fleece eher darüber.
Ein hoher Wert heisst aber nur, dass mehr Material verbaut ist. Über Garnqualität, Faser und Verarbeitung sagt er nichts. Ein schwerer Hoodie aus schlechtem Garn bleibt ein schlechter Hoodie.
Wonach du bei gebrauchten Teilen schaust
Bei Second Hand entscheidet der Zustand der Details. Prüf die Rippbündchen an Ärmeln und Saum: Sind sie ausgeleiert, hält der Hoodie die Form nicht mehr. Schau auf die Innenseite, ob der Flor an Ellbogen und unter den Armen noch dicht ist oder schon speckig glänzt.
Bei Prints achte auf Risse im Druck und bei Stickereien auf lose Fäden am Rand. Am Kragen findest du bei vielen Sweatshirts eine V-Naht, die früher Schweiss aufnehmen und den Kragen stabilisieren sollte.
Weil wir jedes Teil einzeln prüfen, messen und fotografieren, kannst du dich an den Massen und den Detailfotos orientieren statt an der Grössenangabe im Etikett.
Noch offen
Zählt ein Zip-Hoodie als Hoodie?
Ja, er hat eine Kapuze und gehört damit zur selben Familie. Der Unterschied ist der durchgehende Reissverschluss statt des geschlossenen Vorderteils. Statt der Kängurutasche gibt es meist zwei getrennte Seitentaschen. Er trägt sich als Zwischenschicht leichter, dafür fällt der Stoff vorn nicht so glatt wie beim Pullover-Hoodie.
Was ist das kleine Dreieck unter dem Kragen?
Das ist die V-Naht, ein Überbleibsel aus der Sportbekleidung. Sie sollte Schweiss aufnehmen und dem Kragen Halt geben, wenn man das Teil über den Kopf zieht. Heute ist sie kein Muss mehr, weil Kragen auch über andere Fasern stabil bleiben. Bei manchen Modellen ist sie nur noch ein Gestaltungsdetail.
Hoodie oder Crewneck unter einer Jacke?
Der Crewneck, wenn die Jacke einen eigenen Kragen hat. Eine Kapuze staucht sich sonst im Nacken und drückt den Jackenkragen hoch. Unter einer Bomber- oder Overshirt-Silhouette funktioniert der Hoodie dagegen gut, weil die Kapuze bewusst herausschaut. Achte dann darauf, dass der Hoodie am Saum nicht länger ist als die Jacke, ausser du willst genau diesen Lagenlook.
Wie erkenne ich, ob ein Teil bewusst oversize geschnitten ist?
An der Kombination aus Schulterbreite und Länge. Ein bewusst kastiges Teil ist breit, aber vergleichsweise kurz, die Schulternaht sitzt tief und die Ärmel sind entsprechend kürzer geschnitten. Ein zu grosses Teil ist dagegen in allen Massen proportional gewachsen, also auch länger im Rücken und im Arm. Vergleich Brustweite und Rückenlänge miteinander, dann siehst du den Unterschied.
Passende Marken bei uns
Weiterlesen
Alle Ratgeber →Materialien & Verarbeitung
Loopback, French Terry, Fleece: der Unterschied im Sweatstoff
Loopback und French Terry sind derselbe Stoff: außen glatt wie ein T-Shirt, innen kleine Schlingen, die stehen bleiben. Fleece startet genauso, wird innen aber mit feinen Drahtwalzen aufgeraut, bis aus den Schlingen ein weicher Flor wird. Deshalb wärmt Fleece sofort, French Terry atmet besser und behält länger seine Struktur.
Lesen →Materialien & Verarbeitung
Grammatur bei T-Shirts und Hoodies: was g/m² verrät
Grammatur ist das Gewicht eines Quadratmeters Stoff, angegeben in g/m² oder englisch als GSM. Leichte Shirts liegen grob zwischen 120 und 160 g/m², der breite Standard bei 150 bis 180, schwere Streetwear-Shirts ab etwa 200 aufwärts; Hoodies bewegen sich meist zwischen 280 und 400. Die Zahl sagt dir, wie ein Stoff fällt und wie blickdicht er ist — über die Qualität sagt sie allein nichts.
Lesen →Outfits & Anlässe
Hoodie unter der Jacke tragen, ohne dass es aufträgt
Nimm einen mittelschweren Hoodie statt eines schweren Fleece und eine Jacke, die in Schulter und Armloch Platz hat. Nur eine der beiden Lagen darf dick sein. Die Kapuze liegt entweder flach unter einem niedrigen Kragen oder bewusst außen — dazwischen wird sie zum Wulst. Stimm zuletzt die Längen ab, dann wirkt die Silhouette ruhig statt aufgeblasen.
Lesen →