Coach Jacket, Work Jacket, Bomber: was ist was?
Coach Jacket, Work Jacket, Bomber: Was ist was?
Kurz gesagt
Drei Jacken, drei Herkünfte. Die Coach Jacket kommt vom Spielfeldrand: leicht, meist Nylon, eckiger Kragen, Druckknöpfe. Die Work Jacket stammt aus der Arbeitskleidung: Canvas, Denim oder Moleskin, Knopfleiste, große aufgesetzte Taschen. Der Bomber geht auf die Fliegerjacke MA-1 zurück: Nylon, kurzer Schnitt, Rippbündchen an Kragen, Saum und Ärmeln.
In diesem Artikel
Coach Jacket: vom Spielfeldrand
Die Coach Jacket kommt aus dem US-Sport der Sechziger und Siebziger. Trainer standen in offenen Stadien und brauchten eine Lage, die Wind und Nässe abhält und über die normale Kleidung passt. Daraus wurde ein sehr einfacher Schnitt.
Du erkennst sie an drei Dingen: einem flachen, eckigen Hemdkragen, einer Reihe Druckknöpfe statt eines Reißverschlusses und zwei eingesetzten Seitentaschen. Der Stoff ist dünn, meist Nylon, manchmal Baumwolle oder Polyester. Viele Modelle haben einen Tunnelzug im Saum.
Work Jacket: aus der Werkstatt
Die Work Jacket, im Englischen auch Chore Coat, geht auf französische Arbeitskleidung des neunzehnten Jahrhunderts zurück. Arbeiter, Bauern und Eisenbahner trugen sie in tiefem Indigo — daher der Name bleu de travail.
Der Aufbau ist bis heute derselbe: durchgeknöpfte Leiste, ein oder zwei Brusttaschen, zwei Hüfttaschen, ein Schnitt, der knapp über dem Oberschenkel endet. Die Stoffe sind schwer: Denim, Baumwoll-Drillich, Canvas oder Moleskin. Die Ärmel haben Knöpfe am Bündchen, damit man sie hochkrempeln kann.
Bomber: die MA-1 als Vorlage
Was heute Bomber heißt, ist in aller Regel die Form der MA-1, einer Fliegerjacke der US-Streitkräfte, die ab 1950 bis in die frühen Achtziger im Einsatz war. Sie löste Lederjacken mit Fellkragen ab: Nylon statt Leder, weil es leichter ist, und ein Strickkragen statt Fell, damit das Fallschirmgeschirr darüber sitzt.
Davon ist alles geblieben, was den Bomber ausmacht: kurzer, leicht bauschiger Schnitt, Rippbündchen an Kragen, Ärmeln und Saum, ein Reißverschluss, eine kleine Tasche am Ärmel. Spätere Versionen waren wendbar und innen orange, damit ein abgestürzter Pilot gefunden wird.
Der schnelle Test am Piece
Schau zuerst auf Kragen, Verschluss und Saum, dann bist du fertig. Rippstrick an Kragen und Saum, dazu ein Reißverschluss und ein kurzer Schnitt: Bomber. Flacher Hemdkragen, Druckknöpfe, dünner Stoff, oft ein Tunnelzug unten: Coach Jacket. Knopfleiste, aufgesetzte Taschen, schwerer Baumwollstoff und etwas mehr Länge: Work Jacket.
Mischformen gibt es reichlich — eine Jacke mit den Taschen der Work Jacket und dem Tunnelzug der Coach Jacket ist genau das und kein Fehler.
Wie sie sitzen und was drunter passt
Die Coach Jacket ist als Überzieher gedacht und darf weit sein. Ein Hoodie darunter ist der Normalfall, die Kapuze liegt dann außen über dem Kragen. Die Work Jacket sitzt in der Schulter gerade und lässt im Rumpf Platz für eine Lage darunter. Sie war Arbeitskleidung, kein Sakko.
Der Bomber ist der kürzeste der drei: Das Rippbündchen sitzt an der Hüfte, die Ärmel enden am Handgelenk. Ist das Bündchen ausgeleiert, rutscht der Saum hoch und die Silhouette kippt.
Worauf du beim Gebrauchtkauf achtest
Beim Bomber ziehst du das Rippbündchen an Saum und Ärmeln auseinander und lässt los. Kommt es nicht zurück, ist der Gummifaden im Strick müde. Prüf außerdem den Reißverschluss über die volle Länge, er trägt hier die ganze Jacke. Bei der Coach Jacket schaust du auf die Druckknöpfe: Sitzen sie fest im Stoff, fransen die Löcher aus?
Nylon wird an Ellenbogen und Taschenkanten dünn und glänzend. Bei der Work Jacket sind Ellenbogen, Manschetten und Taschenecken die Stellen, an denen Canvas zuerst durchscheuert — dort abgerieben, aber nicht durch, ist bei diesem Piece kein Mangel, sondern die Patina.
Noch offen
Ist eine Harrington dasselbe wie ein Bomber?
Nein. Beide sind kurz und haben oft Rippbündchen, aber die Harrington hat einen umgelegten Hemdkragen und einen geraden, flachen Schnitt. Der Bomber ist an der Taille bauschiger und trägt einen Strickkragen statt eines umgelegten.
Warum ist das Innenfutter mancher Bomber orange?
Weil spätere MA-1-Varianten wendbar waren. Die orange Seite war ein Signal: Ein abgestürzter Pilot drehte die Jacke, damit er aus der Luft sichtbar wird. Heute ist das reine Zitat, aber es verrät dir, an welcher Vorlage sich ein Modell orientiert.
Taugt eine Coach Jacket im Winter?
Allein nicht. Sie ist eine dünne Windschicht ohne Wärmeleistung. Im Lagenaufbau über einem schweren Hoodie funktioniert sie bis in den Herbst hinein. Für Kälte brauchst du eine gefütterte Jacke darüber oder ein anderes Modell.
Was ist ein Chore Coat?
Der englische Name für die Work Jacket, wörtlich die Jacke für die groben Arbeiten. Gemeint ist dasselbe Piece: durchgeknöpft, aufgesetzte Taschen, schwerer Baumwollstoff. Manche Marken nennen längere Varianten Chore Coat und kürzere Work Jacket, einheitlich ist das nicht.
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