T-Shirt und Hoodie ausmessen: die vier Maße, die zählen
Wie messe ich ein T-Shirt oder einen Hoodie richtig aus?
Kurz gesagt
Leg das Piece flach auf einen harten Tisch, streich es glatt und zieh dabei nichts stramm. Dann nimmst du vier Maße ab: Brustweite quer von Achselnaht zu Achselnaht, Länge vom höchsten Schulterpunkt bis zur Saumkante, Schulterbreite von Naht zu Naht über den Rücken, Ärmellänge von der Schulternaht bis zur Ärmelkante. Die Brustweite ist flach gemessen die halbe Runde — für den Umfang verdoppelst du sie. Miss jedes Maß zweimal.
In diesem Artikel
Erst die Unterlage, dann das Maßband
Miss nie am Bügel und nie auf dem Bett. Weiche Flächen geben nach, das Piece zieht sich schief, und jedes Maß fällt anders aus. Nimm einen harten Tisch oder den Boden, leg das Piece mit der Vorderseite nach oben hin und streich es von der Mitte nach außen glatt.
Dreh es einmal um und schau, ob sich hinten eine Falte gelegt hat — die kostet dich sonst einen halben Zentimeter in der Breite. Zipper zu, Knöpfe zu, Ärmel flach neben den Körper, Kapuze nach oben aus dem Weg.
Das Maßband liegt flach auf dem Stoff, ohne Zug: Jersey und Rippware geben nach, und gedehnt misst du eine Größe, die es so nicht gibt.
Die vier Maße, die fast immer reichen
Brustweite: quer über das Piece, gut zwei Zentimeter unter der Naht, an der der Ärmel auf den Körper trifft, von Kante zu Kante. Länge: vom höchsten Schulterpunkt, wo Schulternaht und Halsausschnitt zusammenstoßen, senkrecht hinunter bis zur Saumkante. Schulterbreite: von Schulternaht zu Schulternaht quer über den Rücken.
Ärmellänge: von der Schulternaht an der Oberseite des Ärmels entlang bis zur Ärmelkante. Brustweite, Saumweite und Ärmelöffnung misst du flach, das ist jeweils die halbe Runde. Wer den Umfang braucht, verdoppelt den Wert. Länge, Schulterbreite und Ärmellänge notierst du so, wie das Maßband sie zeigt, ohne Verdoppeln.
Schreib zu jeder Zahl dazu, wie du gemessen hast — sonst vergleichst du später Äpfel mit Birnen.
Drop Shoulder und Raglan: die Naht liegt woanders
Bei einem Drop-Shoulder-Schnitt sitzt die Schulternaht absichtlich unter dem Schulterknochen, beim Raglan läuft sie schräg vom Hals zur Achsel. In beiden Fällen taugt die Schulterbreite nicht mehr zum Vergleichen: Du misst den Schnitt, nicht deine Schulter.
Nimm die Ärmellänge dann anders ab — von der Mitte des Rückenhalses, wo Kragen oder Kapuze auf den Körper treffen, über die Oberseite des Ärmels bis zur Bündchenkante. Dieses Maß funktioniert bei beiden Schnitten und lässt sich zwischen zwei Pieces vergleichen.
Dazu hilft das Armloch: senkrecht von der Achselnaht bis zur Schulternaht gemessen. Je tiefer es geschnitten ist, desto weiter und lockerer fällt das Piece über der Brust.
Saum, Bündchen und Kapuze
Rippstrick am Saum und an den Ärmeln ist die häufigste Fehlerquelle. Gedehnt gemessen wird ein ausgeleiertes Bündchen breiter als ein festes — und genau den Unterschied willst du ja erkennen. Nimm Saumweite und Ärmelöffnung deshalb zweimal ab: einmal entspannt, wie das Piece daliegt, und einmal leicht gedehnt.
Der Abstand zwischen beiden Zahlen zeigt dir, wie viel Spannung noch in der Rippe steckt. Beim Hoodie kommen zwei Maße dazu: die Höhe der Kapuze von der Halsnaht bis zur Oberkante und ihre Breite an der breitesten Stelle. Eine flache, kleine Kapuze fällt im Nacken zusammen, eine hohe steht auch ohne Schal darunter.
Dein Referenz-Piece schlägt jede Tabelle
Der schnellste Weg zur passenden Größe führt über ein Piece, das dir schon passt. Zieh das Oberteil aus dem Schrank, nach dem du morgens zuerst greifst, miss es nach dem Ablauf oben und schreib die vier Werte auf. Ab dann vergleichst du Zentimeter mit Zentimeter statt Buchstaben mit Buchstaben.
Schau bei fremden Größentabellen genau hin, was sie angeben: Manche listen Körpermaße, also deinen Brustumfang, andere die Maße des fertigen Pieces. Dazwischen liegt die Bewegungsweite, die der Schnitt zugibt. Wer die zwei Sorten verwechselt, bestellt zuverlässig zu eng.
Was ein Zentimeter wert ist
Zwei Pieces derselben Größe aus derselben Serie sind nicht auf den Millimeter gleich. In der Fertigung gilt eine Toleranz, und bei Strick und Jersey ist sie größer als bei fester Webware — grob ein bis zweieinhalb Zentimeter je Maß. Ein Zentimeter Unterschied in der Brustweite fällt dir am Körper kaum auf.
In der Länge ist derselbe Zentimeter deutlich spürbar: Da entscheidet er, ob der Saum beim Hinsetzen oder beim Griff nach oben hochrutscht. Miss jedes Maß zweimal und nimm den Wert, den du zweimal bekommst. Bei getragenen Pieces hast du einen Vorteil: Sie sind gewaschen, das Einlaufen liegt hinter ihnen, und was du misst, bleibt so.
Noch offen
Reicht ein Zollstock statt eines Maßbands?
Für die flachen Maße geht ein Zollstock oder ein Lineal, weil du ohnehin eine gerade Strecke abnimmst. Sobald eine Rundung dazukommt — Halsausschnitt, Armloch im Bogen, Kapuze —, brauchst du ein weiches Maßband oder eine Schnur, die du danach an ein Lineal legst. Am bequemsten ist ein Schneidermaßband mit Zentimeterskala.
Ist im Angebot die Brustweite oder der Brustumfang gemeint?
Bei flach gemessenen Angaben ist fast immer die halbe Runde gemeint, also der Wert von Achselnaht zu Achselnaht. Liegt die Zahl ungefähr auf Höhe deines Brustumfangs, ist die volle Runde gemeint. Frag im Zweifel nach, wo das Maßband angesetzt wurde — das kann jeder Verkäufer beantworten.
Was mache ich, wenn ich das Piece nur auf Fotos sehe?
Frag nach den vier Maßen und dazu, wie gemessen wurde: flach liegend, Brustweite unter dem Armloch, Länge ab dem höchsten Schulterpunkt. Ohne diese Angabe sind die Zahlen wenig wert, weil jeder woanders ansetzt. Bei nexwox wird jedes Piece einzeln geprüft, gemessen und fotografiert, damit du genau diese Werte im Angebot findest.
Muss ich ein Piece vor dem Messen waschen?
Bei getragenen Pieces nicht: Sie haben ihre Wäschen hinter sich, und was du misst, bleibt so. Fabrikneue Baumwolle ohne Vorbehandlung kann bei der ersten heißen Wäsche noch ein Stück einlaufen, vor allem in der Länge. Wenn du ein neues Piece misst, rechne dort etwas Spielraum ein und wasch es kühl.
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