Echtheit·4 Min.

Replica, Fake, B-Ware: Was hinter den Begriffen steckt

Was ist der Unterschied zwischen Replica, Fake und B-Ware?

Kurz gesagt

Ein Fake ist eine Nachahmung mit fremder Marke, ohne Erlaubnis des Markeninhabers. Replica ist in der Streetwear meist nur ein netteres Wort für genau das. B-Ware dagegen ist echte Ware des Herstellers, mit kleinem Makel, ohne Originalverpackung oder als Retoure. Entscheidend ist also nicht das Wort im Inserat, sondern wer das Piece hergestellt hat.

In diesem Artikel
  1. 01Fake: fremde Marke ohne Erlaubnis
  2. 02Replica: ein Wort, zwei Bedeutungen
  3. 03B-Ware: echt, aber nicht perfekt
  4. 04Muster und Sample-Sale-Ware
  5. 05Woran du den Unterschied im Inserat erkennst
  6. 06Was das für dich als Käufer heißt
  7. FAQNoch offen
01

Fake: fremde Marke ohne Erlaubnis

Ein Fake ist eine Nachahmung, auf der eine fremde oder sehr ähnliche Marke steht, ohne dass der Markeninhaber zugestimmt hat. Das Deutsche Patent- und Markenamt nennt genau das Markenpiraterie. Das Design muss dafür nicht identisch sein. Laut Verbraucherzentrale reicht eine Ähnlichkeit, die zu Verwechslungen führen kann.

Kleidung gehört zu den Warengruppen, die der Zoll am häufigsten beschlagnahmt, in Deutschland wie in Österreich. Fakes entstehen nicht nach den Vorgaben des Herstellers. Niemand prüft also, welche Farbstoffe im Stoff stecken.

02

Replica: ein Wort, zwei Bedeutungen

Ursprünglich ist eine Replica eine Nachbildung, die offen als Kopie verkauft wird, oder eine lizenzierte Version. Das bekannteste Beispiel ist das Fan-Trikot eines Vereins, das offiziell über den Verein läuft. So eine Replica ist echte, lizenzierte Ware.

In Streetwear-Inseraten meint Replica aber fast immer etwas anderes: eine Kopie mit dem Logo der Marke. Das Wort ändert daran rechtlich nichts. Wer Logo, Label oder Print einer Marke ohne Erlaubnis kopiert, verletzt Markenrechte, egal ob Replica, 1:1 oder Mirror Quality im Titel steht.

03

B-Ware: echt, aber nicht perfekt

B-Ware, auch zweite Wahl genannt, kommt vom Hersteller oder Händler selbst. Gemeint sind Restposten, Retouren, Ausstellungsstücke und Ware mit beschädigter oder fehlender Verpackung.

Im Englischen heißt das Factory Second: ein Piece, das bei der Endkontrolle wegen eines optischen Fehlers durchgefallen ist, etwa ein gezogener Faden oder eine schiefe Naht. Das Logo darauf ist echt, weil der Markeninhaber das Piece selbst hergestellt hat.

Prüf bei B-Ware, welcher Makel genannt wird, und lass ihn dir auf einem Foto zeigen. Rechtlich ist B-Ware übrigens keine eigene Kategorie: Eine bloße Retoure gilt in Deutschland meist weiter als neu, nicht als gebraucht.

04

Muster und Sample-Sale-Ware

Daneben gibt es Muster, englisch Samples. Das sind Vorserien- oder Prototyp-Pieces, mit denen eine Marke Kollektionen zeigt oder Bestellungen sammelt. Sie sind echt, können aber in Farbe, Detail oder Label von der späteren Serie abweichen. Manche tragen einen eingenähten Hinweis wie Sample, andere gar kein Etikett.

Auf Sample Sales landen neben Mustern auch Altbestand und Überhänge. Bei gemischten Sales ist die Herkunft nicht immer klar. Frag deshalb nach, woher die Ware stammt, bevor du ein Muster ohne Etikett als echt annimmst.

05

Woran du den Unterschied im Inserat erkennst

Achte zuerst auf die Sprache. Begriffe wie 1:1, AAA, Mirror Quality, Top Grade oder Factory Version stehen fast immer für Fakes, nicht für B-Ware. Die Geschichte vom Original aus derselben Fabrik, nur ohne Etikett, ist ein bekanntes Verkaufsmuster und kein Echtheitsbeweis.

Echte B-Ware wird mit ihrem Mangel beschrieben: welche Naht, welcher Fleck, welche Verpackung fehlt. Fehlen Impressum und Kontakt, sind die Fotos verpixelt oder kann der Verkäufer nicht sagen, woher die Ware kommt, lass es. Ein auffällig niedriger Preis allein beweist nichts, ist aber ein Grund, genauer hinzusehen.

06

Was das für dich als Käufer heißt

In Deutschland ist der Kauf eines Fakes für den rein privaten Bedarf laut Verbraucherzentrale nicht verboten. Der Weiterverkauf ist es dagegen, auch privat und auch mit dem Hinweis, dass es eine Kopie ist. Wer mehrere gleiche Fakes bestellt, wirkt schnell wie ein Händler.

Bestellst du außerhalb der EU, kann der Zoll ein Paket mit Fälschungen zurückhalten und vernichten lassen, in Deutschland wie in Österreich. Kosten für Lagerung oder Vernichtung sind möglich. Wie dein Einzelfall rechtlich aussieht, kann dir nur eine Rechtsberatung sagen. Bei nexwox wird jedes Piece einzeln geprüft, gemessen und fotografiert.

FAQ

Noch offen

Ist B-Ware gebraucht?

Nicht unbedingt. B-Ware kann ungetragen sein und nur eine beschädigte Verpackung oder einen kleinen Webfehler haben. Gebraucht ist ein Piece erst, wenn es getragen wurde. Lies deshalb genau, was im Inserat zum Zustand steht.

Darf ich ein Fake weiterverkaufen, wenn ich dazuschreibe, dass es eins ist?

In Deutschland nicht. Laut Verbraucherzentrale ist der Weiterverkauf von Markenfälschungen verboten, auch als privater Verkauf gebrauchter Ware. Ein Hinweis an den Käufer ändert daran nichts. Rechteinhaber können zudem abmahnen.

Sind Dupes dasselbe wie Fakes?

Nein. Ein Dupe ist eine günstige Alternative unter eigener Marke, die einem bekannten Piece ähnlich sieht. Solange keine fremde Marke und kein geschütztes Design kopiert wird, ist das keine Fälschung. Kritisch wird es, wenn der Dupe so nah dran ist, dass man ihn verwechselt.

Woran erkenne ich ein Muster-Piece?

Manche Muster tragen ein eingenähtes Sample-Label, andere haben gar kein Etikett oder ein abweichendes Detail. Sicher ist nur die Herkunft: Frag den Verkäufer, woher das Piece stammt, und vergleiche Label, Nähte und Print mit bekannten Originalen.

Sortiment ansehenWeitere Ratgeber →