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Verkaufen & Tauschen·3 Min.

Kleidung fotografieren: gut aussehen, ohne zu schönen

Wie fotografiere ich Kleidung, damit sie gut und ehrlich aussieht?

Kurz gesagt

Fotografier bei Tageslicht neben einem Fenster, nie gegen die Sonne und nie mit Blitz. Leg das Piece flach auf einen ruhigen, hellen Untergrund und halt die Kamera gerade darüber: Vorderseite, Rückseite, Kragen, Bündchen, Label. Dann ein Bild von jeder Gebrauchsspur, nah und im selben Licht. Ehrliche Bilder kosten dich einen Käufer — geschönte kosten dich das Vertrauen.

In diesem Artikel
  1. 01Licht: ein Fenster reicht
  2. 02Hintergrund und Vorbereitung
  3. 03Die Bilderreihe, die nichts offen lässt
  4. 04Gebrauchsspuren zeigen ist der wichtigste Schritt
  5. 05Die Farbe muss stimmen
  6. 06Die Fehler, die am meisten kosten
  7. FAQNoch offen
01

Licht: ein Fenster reicht

Das beste Licht ist seitlich einfallendes Tageslicht, ohne direkte Sonne. Stell dich neben ein Fenster, leg das Piece so hin, dass das Licht von der Seite kommt, und fotografier nicht gegen das Fenster — sonst sackt alles Dunkle ab und Farben kippen. Den Blitz lässt du aus.

Er macht harte Schatten und legt einen kalten Glanz auf den Stoff. Misch auch keine Lichtquellen: Zimmerlampe plus Tageslicht ergibt einen Farbstich, den du nachher nicht mehr sauber herausbekommst. Ein grauer Tag ist zum Fotografieren besser als Mittagssonne.

02

Hintergrund und Vorbereitung

Nimm eine ruhige, einfarbige Fläche: weiß, hellgrau, beige. Ein Bettlaken mit Muster, ein Teppich oder der Wohnzimmerboden lenken ab und färben das Licht ein. Eine glatte Wand, eine Tür oder ein Bogen Papier auf dem Boden reichen.

Vor dem ersten Bild: waschen, bügeln oder wenigstens dämpfen, Fusseln mit der Rolle abnehmen, Kordeln geraderichten, Kragen aufstellen. Zehn Minuten Vorbereitung machen an jedem Bild mehr aus als jede Nachbearbeitung danach.

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Die Bilderreihe, die nichts offen lässt

Leg das Piece flach hin, streich es glatt und halt die Kamera direkt darüber, nicht schräg. So verzerrt die Form nicht. Diese Bilder brauchst du: Vorderseite, Rückseite, ein schräger Blick, der die Dicke des Stoffs zeigt. Dazu die Nahaufnahmen: Kragen von innen, Bündchen, Saum, Nähte an der Schulter, Waschzettel und Markenlabel.

Bei Hosen zusätzlich Bund, Knopf und Beinabschluss. Drei Perspektiven sind das Minimum, acht bis zwölf Bilder pro Anzeige sind der Standard, an dem sich Käufer inzwischen orientieren.

04

Gebrauchsspuren zeigen ist der wichtigste Schritt

Jeder Fleck, jedes Loch, jeder abgeriebene Druck, jedes ausgeleierte Bündchen bekommt sein eigenes Bild, nah und scharf, im selben Licht wie der Rest. Häng es nicht ans Ende, sondern direkt hinter die Übersichtsbilder. Leg ein Maßband neben die Stelle, dann sieht man die Größe des Schadens statt sie zu raten.

Wer die Spur im Bild und im Text findet, kauft bewusst und meldet sich hinterher nicht. Wer sie erst im Paket entdeckt, schickt zurück und erzählt es weiter.

05

Die Farbe muss stimmen

Der häufigste Grund für Ärger nach dem Kauf ist nicht der Zustand, sondern die Farbe. Halt das fertige Bild neben das echte Piece und vergleich. Sieht das Schwarz auf dem Bild grau aus oder das Marine wie Schwarz, stimmt der Weißabgleich nicht.

Bei dunklen Pieces hilft eine helle Fläche gegenüber dem Fenster, die Licht zurückwirft — ein weißes Handtuch reicht. Bei hellen nimmst du die Belichtung etwas zurück, sonst frisst das Weiß die Struktur. Filter lässt du weg. Helligkeit und Kontrast darfst du behutsam nachziehen, Sättigung praktisch nicht.

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Die Fehler, die am meisten kosten

Das knittrige Piece auf dem ungemachten Bett. Der Schnappschuss im Flurlicht. Das einzige Bild von vorn, ohne Rückseite. Der Ausschnitt, auf dem der Saum abgeschnitten ist. Dazu die zwei teuersten: die Gebrauchsspur, die nicht im Bild ist, und das Foto aus dem Netz statt vom eigenen Piece. Beides fällt spätestens beim Auspacken auf.

Und noch eins: Fotografier nur, was du wirklich hast — jedes Bild soll genau das Piece zeigen, das im Paket landet.

FAQ

Noch offen

Flach liegend, am Bügel oder am Körper?

Flach liegend ist die ehrlichste Basis, weil Form und Maße stimmen. Der Bügel verzieht die Schultern und wirft Falten. Ein Tragebild gehört trotzdem dazu: Es zeigt, wie das Piece fällt. Am besten beides, flach zuerst.

Wie viele Bilder brauche ich?

Acht bis zwölf sind ein guter Rahmen: Vorder- und Rückseite, ein schräges Bild, vier bis sechs Details, jede Gebrauchsspur einzeln, ein Tragebild. Weniger als drei Perspektiven lassen zu viele Fragen offen, sehr viele fast gleiche Bilder ermüden.

Darf ich die Fotos bearbeiten?

Zuschneiden, geraderücken und den Weißabgleich korrigieren: ja. Alles, was das Piece anders aussehen lässt, als es ist: nein. Flecken wegretuschieren, Farbe aufdrehen oder Falten glattrechnen führt direkt zur Rücksendung.

Soll ich die Maße mitfotografieren?

Ja, das ist einer der stärksten Bausteine. Leg das Maßband flach an Brustweite, Länge und Ärmel und fotografier von oben, sodass die Zahlen lesbar sind. Schreib dieselben Maße zusätzlich in den Text, denn die Suche findet Text, kein Bild.

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